Flashpuzz – Entwicklung ressourcenschonender Fertigteile

Mit dem Projekt entwickelt das IAB – Institut für Angewandte Bauforschung Weimar als Projektkoordinator gemeinsam mit der Bauhaus-Universität Weimar, HABAU Deutschland sowie der Adelheid Meißner GmbH Gera ressourcenschonende Fertigteile auf Basis flash-kalzinierter, künstlich getemperter Puzzolane aus Thüringen. Ziel ist es, den Einsatz klinkerbasierter Bindemittel zu reduzieren und damit die CO₂-Emissionen in der Beton- und Fertigteilproduktion signifikant zu senken.
Das vom Freistaat Thüringen und der Thüringer Aufbaubank geförderte Vorhaben wurde durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Tatsache, dass die Herstellung von Portlandzementklinker mit hohen rohstoff- und energiebedingten CO₂-Emissionen verbunden ist. Klinker ist jedoch bislang ein zentraler Bestandteil von Zementen und maßgeblich für das Abbindeverhalten von Betonen verantwortlich. Um die CO₂-Bilanz zu verbessern, werden Zementen bereits heute Zusatzstoffe mit puzzolanischen oder latent-hydraulischen Eigenschaften beigemischt, insbesondere Flugaschen oder Hüttensande. Diese stehen jedoch im Zuge der klimaneutralen Transformation zunehmend nicht mehr in ausreichendem Maße zur Verfügung.
Das Projekt setzt daher auf alternative Rohstoffquellen und thermische Aktivierungsprozesse. Durch die Flash-Kalzinierung geeigneter Primär- und Sekundärrohstoffe können künstlich getemperte Puzzolane hergestellt werden, die eine vergleichbare technische Funktion übernehmen, jedoch mit deutlich geringerer Energiezufuhr produziert werden. Die Herstellung erfolgt in der Regel in einem Temperaturbereich zwischen 600 und 850 °C und ist damit deutlich energieeffizienter als die Klinkerproduktion bei bis zu 1.450 °C.
Im Fokus stehen dabei Materialien auf Basis von Tonen, Schiefern, vulkanischen Gesteinen oder Sedimentgesteinen, die durch thermische Aktivierung puzzolanische Eigenschaften entwickeln. Ziel des Projekts ist es, diese Stoffe gezielt für den Einsatz in Betonfertigteilen weiterzuentwickeln und so einen skalierbaren Beitrag zur CO₂-Reduktion und Ressourcenschonung im Bauwesen zu leisten.
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